Therapien im Detail

An dieser Stelle möchten wir die verschiedenen Therapien und Abläufe näher erläutern. Erklären, warum manches notwendig und wirksam und vieles unterstützend und hilfreich ist.

Modellorientierte Therapie

Die modellorientierte Therapie bezeichnet im klassischen Sinn die Therapie bei Patienten mit einer Aphasie. Dies sind Patienten, die eine Sprachstörung in Folge einer Hirnschädigung nach Abschluss des Spracherwerbs haben. Diese kann u. a. aufgrund eines Schlaganfalls oder einer Hirnblutung entstehen. Ein modellorientiertes Vorgehen kann Patienten ermöglichen, wieder Lesen- und Schreiben oder Sprechen zu lernen.

Mittlerweile gibt es auch für andere Störungen, (ohne organische Erkrankungen) wie die Therapiemöglichkeiten, die auf dem Logogenmodell basieren. Im Folgenden möchten wir uns aus Gründen der Übersichtlichkeit nur auf das Therapieren von Patienten mit einer Aphasie beziehen.

Das Logogenmodell, nach dem wir in unserer Praxis arbeiten, stellt eine theoretische Grundlage dar. In diesem Sprachverarbeitungsmodell werden die gesprochene und die geschriebene Sprache, das Lesen und das Verstehen von Sprache, unterschieden. Verschiedene Speicher, Verarbeitungswege, die für Sprache wichtig sind, können grundsätzlich geschädigt sein. Durch das Logogenmodell kann nur die Störung der Verarbeitung einzelner Wörtern erklärt werden. Für die Therapie ist dies aber nicht von Nachteil.

Diese wissenschaftliche Grundlage hilft uns die genaue Ursache einer Sprachstörung, einen gestörten Speicher und/ oder Verarbeitungsweg, festzustellen. Nach vorherigen allgemeineren Tests durch den Therapeuten kann u.a. ein Teilbereich der Lemo (Lexikon modellorientiert; R. de Bleser 2004), als genauere Untersuchung durchgeführt werden. Dem Patienten kann durch speziellere Hilfen in der Therapie und das Therapieren von grundlegenden vorgeschalteten Fähigkeiten, gezielter geholfen werden.

Grundsätzlich werden bei der modellorientierten Therapie alle Therapiematerialien und Therapieverfahren genau auf die Störung abgestimmt. Die Therapiehäufigkeit richtet sich nach der Therapiephase, in der sich der Patient befindet. Die Therapieziele sind für den Patienten alltagsrelevant, messbar und erreichbar.

Solche Ziele können Selbstdeblockierungsstrategien, Umwegstrategien oder auch die Förderung nichtsprachlicher Kommmunikationsstrategien sein.

Auch andere Störungen wie die Lese-Rechtschreibschwäche oder Wortfindungsstörung (Wortschatzerwerbsstörung) kann mit Hilfe des Logogenmodells erklärt werden und anhand dieses Modells therapiert werden.

Ein absolut individueller Therapieweg bringt den Erfolg.

 

Literatur:

Bartels, Henrik (2007). Modellorientierte Aphasietherapie: Perspektiven in der Diagnostik und Therapie von aphasischen Wortverarbeitungsstörungen. Zugriff am 23.10.2016 unter http://www.logopaedie-ooe.at/fobi/2007/Artikel_Bartels.pdf

Barthel, Gabriela (2005). Modellorientierte Sprachtherapie und Aachener Sprachanalyse: Evaluation bei Patienten mit chronischer Aphasie. Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades Doktor der Naturwissenschaft. Zugriff am 23.10.2016 unter https://kops.uni-konstanz.de/bitstream/handle/123456789/11021/Barthel.pdf?sequence=1

 

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